Happy End der Zukunft

Es war einmal ein Tal, welches genau, wie viele weitere Täler, einige Komplikationen hatte. Obwohl es so viel Sonnenschein, Gelassenheit und gute Laune im Tal gab, wie nur in seltenen Tälern der Fall, hatten sich einige Lesachtaler*innen besorgte Gedanken um die Zukunft gemacht.

Folgende „Happy Enden“ zeigen, dass Lesachtal-Bewohner*innen den Mut hatten, anzupacken und damit etwas zu ändern.


Die magische Ausstellung

… und da stand Sie. Sie hatte ihr großes Ziel erreicht und heute ist es endlich so weit.
Marion Unterweger steht erfüllt von Freude und Stolz, auf der großen Bühne des Festsaals in Liesing. Sie ist ein wenig aufgeregt. Als ihr Name durch die großen Lautsprecher schallte, fing ihr Herz schnell zu schlagen an und Marion trat langsam vor zum Redner*innenpult. Ihre Wangen glühten. Währenddessen erhellte großer Applaus den Festsaal und die Bürgermeisterin kam auf sie zu.

„Vielen Dank Frau Unterweger für ihr jahrelanges Engagement im Tal.
Sie zeigen, dass es wichtig ist, zu handeln und dass Mühe belohnt wird“,

sagte die Bürgermeisterin und schüttelte ihr kräftig die Hand. Marion bedankte sich freundlich bei ihr und wandte sich dem Publikum zu. Sie atmete tief ein und begann mit kräftiger Stimme zu reden:

„Danke Frau Bürgermeisterin! Danke liebe Lesachtal-Bewohner*innen!
Es ist mir die größte Ehre, hier heute zu stehen und diesen Innovationspreis für die Entwicklung des Tals entgegen zu nehmen.
Damals vor 10 Jahren, war ich auf dem Zukunftsfest der Studierenden der TU Wien, oben in der Hepi-Lodge. Damals war ich 17 Jahre alt und die Gastgeber*innen lockten mit leckeren Kesselgulasch und Punsch. Im Laufe der Veranstaltung, wurde in mir immer mehr Lust auf die Zukunft geweckt und die Studierenden zeigten mit ihren teils kritischen, überspitzten aber auch spannenden und kreativen Projekten, dass viel Potenzial in unserem Heimatort steckt
und wir dafür verantwortlich sind, dieses zu nutzen, indem wir unser Tal aktiv mitgestalten.
Nach diesem langen, aber auch lustigen Abend, saß ich im Auto von ein paar Freund*innen
und war geladen voller Energie und Gedanken.
Zuhause angekommen, spürte ich eine kleine Karte in meiner Jackentasche und nahm sie heraus. Gedankenlos und müde steckte ich sie an die alte Kühlschranktür in unserer Küche und ging schlafen. Als ich nächsten Tag aufwachte,
war ich nicht mehr die gleiche. Ich war verzaubert und ich wusste,
es liegt an mir, meine Träume und Wünsche
für mein zukünftiges Leben im Tal zu verwirklichen
und unser wunderschönes Lesachtal zu einem Ort zu machen,
an dem Jung und Alt, Frau und Mann gemeinsam Hand in Hand
mit den umliegenden Gemeinden, Träume wahr werden lassen
und alle Stimmen und Ideen gehört werden.
Vielen Dank also auch, da die jungen Studierenden,
die den Mut hatten, uns Bewohner*innen träumen zu lassen
und gleichzeitig mir den Mut gaben, Veränderungen anzustoßen
und für die gesicherte Zukunft im Tal selbst aktiv zu werden.
Meine Damen und Herren, diese kleine Karte, die ich auf dem Zukunftsfest
mitgenommen hatte, ist noch immer an meiner Kühlschranktür gepinnt
und sie erinnert mich jeden Tag an das Feuer und die Energie,
die ich damals nach dem Fest spürte.“

Marion trat einen kleinen Schritt vom Pult zurück und nach einem weiteren tiefen Atemzug, breitete sich Erleichterung und Freude in ihrem Körper aus. Das Publikum war begeistert. Der tobende Applaus kling in ihren Ohren. Dem Tränen nah und stolz bedankte sie sich nochmals bei der Bürgermeisterin und trat voller Enthusiasmus von der Bühne. Der Applaus schallte ihr nach und der Tag ging in die Geschichte ein

Und wenn Sie nicht gestorben ist, dann lebt Marion Unterweger noch immer im wunderschönen Lesachtal und dank ihren Unternehmenstreffen, ist es heutzutage leicht ein Unternehmen im Lesachtal zu gründen und zu führen. Es herrscht ein angeregter Austausch zwischen allen Unternehmer*innen. Alle arbeiten zusammen und lernen voneinander.
Marion ist ein Vorbild für junge Frauen und Männer, die ihre Visionen zu verwirklichen wollen. So können alle gemeinsam, voller Freude und Erfolg im Tal leben und arbeiten.


Das goldene Stroh

Erstaunen geht heute durchs gesamte Dorf:

„Hast du gehört? Der kleiner Peter hat angeblich eine seiner großen Ideen wirklich umsetzten können.“

„Ist das wahr?“,

fragte Frau Oberhauer ihre Nachbarin Frau Unterhuber.

„Ja, so habe ich es gehört“,

antwortete die Nachbarin und riss die Augen groß auf.

„Der kleine Peter hat es wohl wirklich geschafft, ein erfolgreicher Landwirt zu werden, ohne von
anderen Nebentätigkeiten abhängig zu sein. Und das angeblich nur mit seinem Stroh.“

„Aber wie ist der an die ganzen Roboter*innen gekommen und was macht dann er noch?“,

frage die verwunderte Frau Oberhauer.

„Er habe angeblich kaum Roboter*innen auf dem Hof und soll die alten Traditionen
nicht verloren haben.“

„Na das ist ja erstaunlich. Da ist wohl doch noch eine seiner großen Visionen wahr geworden.
Wer hätte das damals gedacht.“

Die beiden älteren Damen unterhielten sich noch eine Weile weiter über den kleinen Peter, der mittlerweile schon 35 Jahre alt war. Sie saßen auf der Birkenbank, auf der sie sich schon  seit mehreren Jahren jeden Samstag trafen und von hier aus auch damals schon den kleinen Peter beobachteten, wie er mit alten Dingen aus dem Stadel, Fantasie-Maschinen bastelte und immer erzählte, was für ein erfolgreicher Bauer er später mal werden würde. Die beiden älteren Damen, haben ihn immer belächelt und meinten:

„Ach kleiner Peter, hilf mal lieber deinem Vater auf dem Hof, anstatt Fantasie-Maschinen zu bauen, die die Arbeit auch nicht von allein machen.
Wenn du den Hof deines Vaters übernimmst, musst du schon von klein auf,
ein fleißigen Helfer auf dem Hof sein.“

Doch Peter hat nie aufgegeben. Er wollte seine Visionen umsetzten.

„Hast du heute schon die Zeitung gelesen?“,

fragte Herr Unterhofer der Kassiererin im kleinen Geschäft am Rande des Dorfes.

„Nein, was ist denn da heute Schönes geschrieben?“,

fragte die Verkäuferin freundlich.

„Peter, der Sohn von Karin und Hans, wurde als
der erfolgreichste Landwirt mit Kleinbetrieb ausgezeichnet.“

Herr Unterhofer zeigte die frisch gedruckte Zeitung, auf der mit großen Buchstaben in alter Schrift
Das goldene Stroh“ geschrieben stand.

„Ach das ist ja eine Sensation“,

antwortete der freundliche Verkäufer, die im gleichem alter wie Peter war und erinnerte sich an den kleinen frechen Bub, dessen Traum es immer war, den Hof seines Vaters zu übernehmen, aber aufs Studieren nicht verzichten wollte.

Ein paar Häuser weiter, ein wenig den kleinen Hügel hinauf, befand sich der Hof von Familie Flocke. Journalist*innen und das halbe Tal versammelten sich auf dem geschmückten Hof. Das frisch umgebaute Haus strahlte heute besonders schön und die Familie war stolz, so viele Gäste willkommen zu heißen. Der kleine Peter hat auf seinen Hof geladen, um allen zu zeigen, dass seine damaligen Ideen, nicht nur kleine Spielereien waren und dass mit visionärem Denken, viel zu erreichen ist. Er war stolz, seinen innovativen Hof zu zeigen und ermutigte die Lesachtaler*innen, an ihre Träume und Wünsche zu glauben. Am Ende des großen und bunten Festes, umarmte die Großmutter den strahlenden Peter

„Mein Junge, ich wusste, dass du es einmal schaffen wirst, mit deinen verrückten Ideen,
das Dorf zusammen zu bringen und den Hof, ach das gesamte Tal,
zum Aufschwung verhelfen wirst.
Glaube an deine Träume und lasse Taten folgen“,

sagte sie, wie so oft, zum kleinen Peter.

Und wenn Peter noch nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute mit seiner gesamten Familie im wunderschönen Lesachtal. Er sprüht noch immer voller neuer Ideen und freut sich, dass dieses Tal immer bunter, offener und innovativer wird. So wurde aus dem kleinen Peter, der goldene Peter.

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